In den Medien wird das Problem vom Fachkräftemangel in Europa und vor allem in Deutschland oft angesprochen. Doch wie kommt es dazu und wie kann diesem Problem entgegengewirkt werden? Durch den Fachkräftemangel bleiben oftmals Schlüsselpositionen in Unternehmen unbesetzt. Die fehlenden Fachkräfte werden durch unzureichend ausgebildetes Personal besetzt. Dies wirkt sich sichtbar negativ auf die Wirtschaft aus.

Fachkräfte werden ständig gesucht

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Fachkräftemangel herrscht nicht nur in Deutschland, sondern ganz Europa (c) iStock.com / BrianAJackson

Auch im Jahr 2016 ist das Thema Fachkräftemangel aktuell. Zwar zeigen sich in einigen Berufszweigen deutliche positive Steigerungen was die Zahl der Fachkräfte betrifft, jedoch hat sich die Lage in anderen Berufen nicht gebessert. Vor allen in technischen Berufen und in der Pflege- und Gesundheitsbranche hier gibt es große Defizite was die Anzahl der Fachkräfte angeht. Berufsgruppen wie der Handel und der Metallbau verzeichnen zwar Steigerungen, Unternehmen klagen dennoch über Engpässe. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte jedoch vor kurzer Zeit in Ihrer Fachkräfteenpassnalyse (Download hier), dass es “keinen flächendeckenden Fachkräftemangel” in Deutschland gibt. Doch wie sehen das die Unternehmer? Viele von ihnen klagen über Probleme gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen. Doch nicht nur in Deutschland ist das Problem allgegenwärtig. In anderen europäischen Ländern gestaltet sich die Lage noch kritischer – Spanien, Italien, Portugal und Griechenland allen voran.

Fachkräfteüberschuss im Süden Europas

Während gerade in den nördlichen Ländern, aber auch in Polen nach Fachkräften händeringend gesucht wird, sieht die Lage in Südeuropa ganz anders aus. In Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland oder auch Portugal gibt es viele Fachkräfte, die gern in ihrem Job arbeiten würden, aber leider keine Festanstellung finden, weil die Arbeitslosenquote sehr hoch ist. Sehr stark von dieser Entwicklung in Südeuropa ist die iberische Halbinsel betroffen. Gerade die Jugendarbeitslosigkeit, also die Arbeitslosigkeit bei jungem Fachpersonal liegt hier bei mehr als 40 Prozent. Die Folge: Binnenmigration. Dabei suchen qualifizierte Arbeitskräfte aus den betroffenen Gebieten nach Arbeitsstellen in Form einer Ausbildung wie die zum Handelsfachwirt oder einer Festanstellung in Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, die als Struktur stark gelten. Eine große Herausforderung stellt dabei jedoch meistens die sprachlichen Barrieren dar. Nur wer sich hinreichend in der Sprache des jeweiligen Landes verständigen kann, hat die Chance einen Job oder eine Ausbildung zu beginnen.

Ursachen des Fachkräftemangels

Die Wirtschaft wird durch den kaum gebrochenen Fachkräftemangel in vielen Bereichen in ganz Europa stark gebremst. Die Ursachen für diese negative Entwicklung sind vielfältig. Zum einen werden zu wenig junge Menschen für wichtige Fachbereiche begeistert. Doch auch das Erwerbspotential in den einzelnen Ländern wird nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Am Beispiel Deutschland kann man sehen, dass nach Auswertungen des Statistischen Bundesamtes mehr als 20 Prozent des Erwerbspotentials nicht genutzt werden.

Der demografische Wandel und seine wirtschaftlichen Auswirkungen

Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für Deutschland und ganz Europa sein. Die geburtenstarken Jahrgänge kommen in das Alter, in dem sie in den wohl verdienten Ruhestand gehen. Da die Geburtenrate jedoch stark gesunken ist, sinkt die Zahl der Fachkräfte ebenfalls stark ab.

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Zukunft gestalten: Ausbildung, Praktikum oder Studium? (c) iStock.com / temmuz can arsiray

Daher ist es dringend erforderlich, dass Europa sich den Problemen unserer Zeit stellt. Das bedeutet, dass durch die Politik Anreize geschaffen werden müssen, die Arbeitslose oder Fachkräfte mit geringen Aufstiegschancen dazu animieren, dass diese eine Anstellung in einem Land suchen, welches genau diese Fachkräfte sucht.

Ausbildung, Studium oder doch etwas anderes?

Nicht nur Schulabgänger erhalten eine Menge an Möglichkeiten die Zukunft zu gestalten. Folgende klassische Möglichkeiten werden einem geboten:

Praktikum

Wer sich noch nicht vollständig entscheiden kann, ob der gewünschte Beruf das Richtige für einen ist, kann entweder bereits in der Schulzeit oder danach ein Praktikum absolvieren. Hier bekommt man einen guten Einblick in den Tätigkeitsbereich des angestrebten Berufes.

Duale Ausbildung

Eine gute Möglichkeit zur qualifizierten Fachkraft zu werden, bietet die duale Ausbildung. Die Verbindung von Theorie und Praxis ermöglicht es theoretisch erlernte Inhalte in der Berufsschule direkt im Arbeitsumfeld anzuwenden.

Studium

Abiturienten haben nach dem Schulabschluss die Möglichkeit neben einer Ausbildung ein Studium zu beginnen. Dabei gibt es auch hier wieder viele Möglichkeiten. Bedarf, der durch den Fachkräftemangel hervorgerufen wurde, herrscht vor allem in technischen Studiengängen wie Maschinenbau und Elektrotechnik.

Soziales Jahr

Wer sich erst einmal orientieren dennoch nicht untätig sein möchte, kann sich innerhalb eines sozialen Jahres engagieren und Projekte in diversen Bereichen betreuen.

 

Mit einer Dualen Ausbildung zur Fachkraft werden

Mit einer Dualen Ausbildung hat man sehr gute Chancen zu einer qualifizierten Fachkraft zu werden. Schon allein am Beispiel der kaufmännischen Berufe kann man sehen wie viele verschiedene Ausbildungsberufe es gibt. Auch hier besteht Bedarf, da der Groß- und Einzelhandel im starkem Wettbewerb ist und es auch hier schwierig ist Stellen mit adäquaten Fachkräften zu besetzen. Hier einige Beispiele:

  • Bankkaufmann
  • Immobilienkaufmann
  • Handelsfachwirt
  • Kaufmann im Einzelhandel
  • Kaufmann im Groß- und Außenhandel
  • Sport- und Fitnesskaufmann
  • Medienkaufmann Digital und Print
  • Veranstaltungskaufmann
  • Kaufmann für Bürokommunikation
  • Industriekaufmann

Fachkräfte von Anfang an gezielt fördern

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Mit einer dualen Ausbildung zur Fachkraft in Modehäusern & Co. werden. (c) iStock.com / Koji_Ishii

Am Beispiel der Ausbildung zum Handelsfachwirt lässt sich erläutern, wie die Probleme des Fachkräftemangels angegangen werden könnten. Vor allem sollte bereits in der Ausbildungszeit und vor allem in der Schule mehr darauf geachtet werden, ob sich Schüler für eine Ausbildung als Handelsfachwirt eignen. Ist dies der Fall, kann man diese Schüler an Unternehmen empfehlen, die genau diese Fachkräfte suchen. Bereits im Vorfeld wird so das Personal für die Ausbildung zum Handelsfachwirt ausgewählt und an den Arbeitsmarkt heran geführt. Die Ausbildung erfolgt dann in der Regel innerhalb von drei Jahren und kann ich verschiedenen Branchen absolviert werden. Nach der Ausbildung zum Handelsfachwirt steht dem Unternehmen das gewünschte Fachpersonal zur Verfügung, welches genau so geformt werden kann, wie es dem Unternehmen von großem Nutzen ist. Die Ausbildung kann in vielen verschiedenen Branchen wie im Schmuckbereich bei Wempe (Infos unter www.wempe-karriere.de), in der Bekleidungsbranche wie im Modehaus Garhammer (Infos unter www.garhammer.de) sowie in der Lebensmittelbranche wie beim Supermarkt Edeka erfolgen. Viele dieser oder vergleichbarer Ausbildungsbetriebe bieten verschiedene Aufstiegschancen nach einer Ausbildung an.
Die Thematik “Ausbildung von Fachkräften” wie etwa die Ausbildung zum Handelsfachwirt sollte dabei bereits vom Bildungsministerium in den Vordergrund gerückt werden. Chancen, gute Ausbildungsplätze wie einen zum Handelsfachwirt mit Aussicht auf eine spätere Festanstellung als Fachkraft zu erhalten, sollten Schulabgänger unbedingt nutzen.

Aufwärtstrend sichtbar

Doch eine positive Nachricht ist dennoch sichtbar, denn es hat sich etwas getan auf dem Markt. In vielen Berufsgruppen gibt es deutliche Steigerungen der Arbeitsstellen. Zuwächse im zweistelligen Bereich, wie dem Führen von Fahrzeug- und Transportgeräten und auch den Verkaufsberufen, geben Hoffnung. So ist Deutschland auf einem guten Weg dem Fachkräftemangel einen kräftigen Dämpfer zu geben.

 

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