Vergleicht man die Europakarte von 1957 mit der von heute, fällt auf den ersten Blick auf, dass etwas anders ist. Die EU ist größer geworden. Vor allem Richtung Osteuropa hat sich der Staatenbund ausgedehnt. In einem halben Jahrhundert entwickelte sich die EU von einem Wirtschaftsbündnis, dem nur die größten Staaten Europas angehörten, zu einem politischen Zusammenschluss von 28 Staaten, der Landesgrenzen aufhob und zur Völkerverständigung beitrug. Leseuronautes.eu erzählt, wann welcher Staat zur EU kam.

Geschichtliche Veränderung der politischen Europakarte

 

EWG-6 01.01.1958

  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
  • Belgien
  • Luxemburg
  • Niederlande

EG-9 01.01.1973

  • Dänemark
  • Irland
  • Großbritannien

EG-10 01.01.1981

  • Griechenland

EG-12 01.01.1986

  • Portugal
  • Spanien

EU 15 01.01.1995

  • Finnland
  • Österreich
  • Schweden

EU 01.05.2004

  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Malta
  • Polen
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Zypern

EU 01.01.2007

  • Bulgarien
  • Rumänien

EU 01.01.2013

  • Kroatien

Offene Anträge auf EU Beitritt

  • Island
  • Mazedonien
  • Montenegro
  • Serbien
  • Türkei
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Die Europakarte ist auch auf der Währung der EU abgebildet (c) iStock.com / Juri Samsonov

Veränderungen auf der Europakarte:
Der erste Zusammenschluss

Der erste Zusammenschluss von europäischen Staaten in der Geschichte der EU fand am 1. Januar 1958 statt. Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande gründeten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, welche auch als EWG-6 bezeichnet wird. Der Zusammenschluss diente ausschließlich der wirtschaftlichen Verknüpfung dieser Staaten. Die Verträge zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik wurden am 25. März 1957 unterzeichnet und sind in die Geschichte als die Römischen Verträge eingegangen. Zum 50. Geburtstag dieser Verträge wurde sogar eine eigene 2-Euro-Münzen-Prägung veranlasst.

 

Aus sechs mach neun

Am 1. Januar 1973 wurde aus der EWG-9 die EG-9. Dänemark, Irland und Großbritannien schlossen sich der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft an, die sich nun nur noch Europäische Gemeinschaft nannte. Die Briten brachten in die EG-9 auch ihr Überseegebiet Gibraltar mit. Die Europakarte der EG-Staaten wurde am 1. Januar 1981 durch Griechenland erweitert. Aus EG-9 wurde damit EG-10. Portugal und Spanien waren am 1. Januar 1986 die letzten Zuwächse der Europäischen Gemeinschaft. Die EG-12 Staaten waren komplett.

Der Fall des Eisernen Vorhangs bringt große Veränderungen auf der Europakarte

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Die Europäische Union als politische Europakarte wurde 1995 gegründet (c) iStock.com / Nelson_A_Ishikawa

Die europäische Idee wurde immer weiter entwickelt: So entstand schließlich die Europäische Union, kurz EU. Am 1. Januar 1995 traten die ersten drei neuen Nationen dem Staatenbund bei. Finnland, Österreich und Schweden waren nun Mitglieder der EU-15. 1998 wurde mit dem Eurokennzeichen ein neues Symbol der Verbindung zwischen den Staaten eingeführt.
Durch den Zerfall der Sowjetunion und dem damit verbundenen Ende des Warschauer Pakt, füllte sich die Europakarte der EU am 1. Mai 2004 mit 10 Staaten. Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern schlossen sich der EU an. Somit hatten sich zu diesem Zeitpunkt 25 Staaten zur EU zusammengeschlossen.

 

Osteuropäische Staaten vergrößern die Europakarte

Am 1. Januar 2007 kamen zwei weitere Staaten zur EU. Es waren Bulgarien und Rumänien. Mit Kroatiens EU Beitritt kam am 1. Juli 2013 der 28. Staat zur EU hinzu. Somit gehören zur Zeit 28 Staaten mit über 500 Mio. Einwohnern der EU an. Weiteren Zulauf wird es in den nächsten Jahren bestimmt noch geben. Schließlich haben sich Island, Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei schon beworben. Es liegt nun in den Händen dieser Staaten, wie schnell sie die Kriterien umsetzen können.

 


 

Weiße Punkte auf der Europakarte

Auf der Europakarte gibt des aber noch ein paar weiße Punkte. Die Zwergstaaten Andorra, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Vatikanstadt sind keine Mitglieder er EU. Dennoch sind sie Partner in der Zoll- und Währungsunion. Europa wächst in der EU immer weiter zusammen, in der EU gibt es dank Schengener Abkommen kaum noch Grenzen. Auf einer Europakarte sind diese zwar noch eingezeichnet, doch sie verschwimmen immer mehr.