Urlaub am Mittelmeer oder Städtetrip in eine europäische Metropole: Bisher war mobiles Surfen und Telefonieren im EU-Ausland teilweise mit hohen Gebühren verbunden. Gute Nachrichten: Das Datenroaming wird am 15. Juni 2017 abgeschafft. Dennoch können in europäischen Ländern Kostenfallen lauern.

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Fotos vom Urlaubsort über das Smartphone verschicken? Datenroaming gehört bald der Vergangenheit an © istockphoto.com / Suwanmanee99

Datenroaming in der EU gehört bald der Vergangenheit an

Wer in seinem Urlaub ein Lebenszeichen nach Hause schicken möchte oder öfter beruflich im EU-Ausland unterwegs ist, kann sich freuen: Hohe Kosten fürs Telefonieren und Datenroaming – darunter versteht man die Gebühr für die Nutzung ausländischer Mobilfunknetze – innerhalb der Europäischen Union sollen ab 15. Juni 2017 der Vergangenheit angehören. Darauf haben sich Vertreter der EU-Staaten und des EU Parlaments geeinigt. “Die vertraglichen Rahmenbedingungen würden für Kunden gleich sein, egal ob sie den Service ihres Mobilfunkanbieters in ihrem Heimatland nutzen oder dienstlich bzw. privat im Ausland unterwegs seien”, erklärt die spanische EU-Abgeordnete Pilar del Castillo, die in die Verhandlungen zwischen EU Kommission und Rat zur Abschaffung des Datenroamings eingebunden war. Die Datenpakete vom aktuellen Handytarif sind somit auch im Ausland gültig. Um Missbrauch vorzubeugen, soll es jedoch bestimmte Regeln geben. So können sich Kunden auch künftig nicht einfach eine SIM-Karte in dem EU-Land mit den niedrigsten Gebühren kaufen. Datenroaming sei nur dann kostenlos, wenn die Person einen Handyvertrag in ihrem Heimatland abschließt oder in einem Land Europas, in dem sie beruflich oder im Zuge der Ausbildung zu tun habe. “Ein Pärchen in Frankfurt zum Beispiel kann sich eine französische SIM-Karte kaufen aber keine lettische, sofern sie keine dauerhaften Verbindungen nach Lettland haben. Wenn einer der beiden jedoch einen Job in Deutschland hat, dann können beide dort eine SIM-Karte erwerben”, erklärt die Abgeordnete.

Bereits seit Jahren übt die EU Kommission Druck auf die EU-Mitgliedsstaaten aus, die Roaming-Gebühren zu senken. So gibt es bereits seit April 2016 eine Obergrenze für Auslandsgebühren. Diese liegt seither bei maximal 6 Cent pro Minute für ausgehende Anrufe, 1,2 Cent für eingehende Anrufe, 2 Cent pro SMS oder 6 Cent für ein Megabyte Datenvolumen (jeweils inklusive Mehrwertsteuer). Doch einen Wermutstropfen hat das Ganze: Nicht in allen Fällen kommen Internetnutzer um das Datenroaming völlig herum. Denn EU-Ausländer sollen gemäß der neuen Verordnung maximal 90 Tage pro Jahr und nicht länger als 30 Tage am Stück von den Roaming-Gebühren befreit werden. Pendler beispielsweise hätten hier das Nachsehen.

Wie mit hohen Roaming-Gebühren im Ausland umgangen werden kann

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Auf der sicheren Seite sein: Kostenloses WLAN in Cafés, Bahnhöfen und öffentlichen Stationen nutzen (c) iStock.com / kaipong

Damit es nach dem Urlaub keine böse Überraschung gibt, sobald die Handyrechnung eintrudelt, sollten Reisende zum Thema Datenroaming folgende Punkte beachten:

  1. Kostenloses WLAN nutzen: In den meisten Hotels und vielen Restaurants gibt es kostenlose Gastzugänge für das hausinterne WLAN. Danach zu fragen, spart kostbares Datenvolumen.
  2. Roaming-Funktion deaktivieren: Aktivieren Sie die Roaming-Funktion Ihres Smartphones nur dann, wenn Sie die Internetverbindung wirklich nutzen. So verhindern Sie unbemerkte Downloads im Hintergrund, die schnell sehr teuer werden können. (Hier erfahren Sie, wie Sie das Datenroaming bei Android & iOS Smartphones ausschalten.)
  3. Kostenlimit nutzen: Damit die Roaming-Gebühren nicht unbemerkt ins Unermessliche steigen, gibt es in der EU bereits Vorschriften für Mobilfunkanbieter. So sind diese verpflichtet den Kunden zu benachrichtigen, sobald ein bestimmter Betrag erreicht ist. Um Datenroaming im Ausland weiterhin nutzen zu können, muss er anschließend aktiv einwilligen.
  4. Spezielle Flatrate-Tarife nutzen: Im vorauseilenden Gehorsam haben viele Anbieter mittlerweile Handytarife ins Angebot genommen, in denen bereits Auslandskontingente enthalten sind. Oft fallen sogar gar keine Roaming-Kosten mehr an.

 

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