Was ist die europäische Ökodesign Richtlinie? Mit der Ökodesign Richtlinie beabsichtigt die Europäische Union einen möglichst Energie effizienten Produktlebenszyklus zu erschaffen. Die Gestaltung umweltgerechter, energieverbrauchsrelevanter Produkte steht in ihrem Mittelpunkt. Alle Produkte, die in unserem alltäglichen Leben einen signifikanten Energie-Fußabdruck hinterlassen, werden hier reglementiert, um im Laufe der Jahre verschwenderische und wenig Energie effiziente Produkte nach und nach abzuschaffen und durch umweltfreundlichere und somit auch wirtschaftlichere Alternativen zu ersetzen.

Was ist das Ziel der Ökodesign Richtlinie?

Ökodesign Richtlinien für Haushaltsleuchten

Die Ökodesign Richtlinie für Haushaltsleuchten verdrängt verbrauchsstarke Lampen vom Markt (c) istock.com / masterzphotois

Das Ziel der Ökodesign Richtlinie ist die verbesserte Energieeffizienz sämtlicher energiebetriebenen Produkte. Der gesamte Lebenszyklus eines Elektrogeräts soll im Idealfall so sparsam und umweltschonend wie möglich gestaltet werden. Sämtliche Elektrogeräte sollen also von ihrer Planung, über ihre Produktion bis zu ihrer Entsorgung ein Maximum an Ökologie erreichen.

Seit wann gibt es die Ökodesign Richtlinie?

Bereits im Juli 2005 wurde die Ökodesign Richtlinie 2005/32/EG für eine bessere Energieffiezienz von Elektrogeräten in Europa erlassen. Umgesetzt wurde diese dann in Deutschland mit dem Energiebetriebene-Produkte-Gesetz im März 2008. Nachdem die ursprüngliche Ökodesign Richtlinie im November 2009 ihre Gültigkeit verlor, trat darauffolgend die Ökodesign Richtlinie 2009/125/EG in Kraft. Hierin wurde geregelt, dass nun auch passive Produkte – solange diese einen direkten Einfluss auf Energieeffizienz haben können – geregelt werden.

Welche Produkte fallen unter die Ökodesign Richtlinie?

Im Grunde genommen sind von Ökodesign Richtlinie alle Produkte oder Produktgruppen betroffen, die Energie verbrauchen. Neben Haushaltsbeleuchtung werden hier also auch Computer, Fernseher, Ladegeräte, Kühlanlagen, Wäschetrockner, Notstromaggregate etc. reglementiert. Anzumerken ist hier, dass diese Produkte einen europaweites Marktvolumen von mehr als 200.000 Stück im Jahr erreichen müssen. Außerdem müssen sie ein möglichst großes Potential zur Verbesserung und Effizienzsteigerung haben. In insgesamt 31 offiziellen und ca. 10 derzeit in Studien befindlichen Produktgruppen wird die Ökodesign Richtlinie unterteilt. Haushaltsbeleuchtung fällt hier unter die Produktgruppe ENER 19.

Ökodesign Richtlinie für Haushaltsbeleuchtung / ENER 19

Die Ökodesign Richtlinie für Haushaltsbeleuchtung ist in zwei Teile gesplittet: die Ökodesignrichtlinie für ungebündelte (19a) und gebündelte (19b) Lichtquellen. Insbesondere Glühlampen, Kompaktleuchtstofflampen und natürlich LED fallen hierunter. Die Ökodesign Richtlinie für Haushaltsbeleuchtung ist eine von drei Verordnungen, die sich explizit auf Beleuchtung und Leuchtmittel spezialisieren. Neben ihr gibt es die beiden Ökodesign Richtlinien für Bürobeleuchtung (ENER 8) und Straßenbeleuchtung (ENER 9). Die Verordnung der Ökodesign Richtlinie für Haushaltsbeleuchtung findet man als PDF Datei hier.

Bisherige Entwicklung und Veränderungen der Ökodesign Richtlinie ENER 19a

Die Verordnung für die Energieeffizienz von Leuchtmitteln legt in einzelnen Schritten neue Mindestanforderung fest, die dafür sorgen werden, dass besonders verbrauchsstarke Leuchtmittel – insbesondere Glühbirnen und Halogenlampen – nach und nach vom Markt verdrängt, weil nicht mehr gekauft, werden.

Oekodesign Richtlinie Glühlamp Halogenlampe LED

Von der Glühlampe über die Halogenlampe zur LED: Die Ökodesign Richtlinie fokussiert Energieeffizienz (c) iStock.com / AlexMax

  • Seit September 2009 dürfen einige Leuchtmittel aufgrund ihrer schlechten Energiebilanz nicht mehr verkauft werden. Hierunter fallen: matte Glühbirnen und Halogenlampen, sowie Glühbirnen und Halogenlampen, die mehr als 100 Watt verbrauchen
  • Seit September 2010 dürfen Birnen, die mehr als 75 Watt verbrauchen, nicht mehr verkauft werden.
  • Seit September 2011 wurde dieser Wert auf 60 Watt herabgesenkt
  • Seit September 2012 dürfen keine Glühbirnen und nur noch bestimmte Halogenlampen verkauft werden
  • Im September 2016 werden die Bestimmungen der Ökodesign Richtlinie für Haushaltsbeleuchtung ein weiteres Mal verschärft. Als Resultat daraus wird auch eine große Zahl Halogenlampen vom Markt verschwinden.

Durch die Umstellung auf energieeffiziente Leuchtmittel und Energiesparlampen im Zuge der Ökodesign Richtlinie möchte die EU bis 2020 insgesamt mehr als 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Welche Leuchtmittel werden nach der Ökodesign Richtlinie noch verkauft?

Oekodesign Richtlinie EU Energie Label

Das EU Energie Label definiert die Energieeffizienz derer Leuchtmittel, die der Ökodesign Richtlinie entsprechen (c) Europäische Kommission

Durch das schrittweise Verdrängen besonders ineffizienter Leuchtmittel werden Glühlampen und viele Halogenlampen mittlerweile nicht mehr verkauft. Ersetzt wurden sie durch Energiesparlampen und ganz besonders die LED hat sowohl in den Haushalten als auch bei den entsprechenden Händlern Einzug gehalten. Da Leuchtmittel, die die Verordnungen der Ökodesign Richtlinie nicht erfüllen können, bereits gesetzlich vom Markt genommen werden, bieten alle Händler mittlerweile sehr energieeffiziente Lampen, egal ob man diese nun bei Wohnlicht, Saturn oder OBI kauft. Eine genauere Differenzierung und für den Kunden weitaus verständlichere Klassifizierung ist darüber hinaus die Energieverbrauchskennzeichnung. Hier kann bereits am Energie Label erkannt werden, wie effizient das Leuchtmittel ist und dementsprechend natürlich auch die Kaufentscheidung beeinflussen.

Die Energieverbrauchskennzeichnung für Lampen

Neben den neuen Ökodesign Richtlinien für Haushaltsbeleuchtung gibt es seit 1998 auch die etwas bekannteren Energieeffizienzklassen für Haushaltslampen. Die Einteilung wurde in der EU Richtlinie 91/11/EG definiert. Im September 2013 wurde diese Verordnung der EU durch das europäische Parlament noch einmal geändert. Seitdem reichen die Energieeffiezienzklassen (oder EU-Energielabel) von E bis A++. Insbesondere für Leuchtdioden, also LED Lampen, wurde die Klasse A++ eingeführt. Halogenlampen befinden sich in Regel in den Klassen B und C. Glühlampen können es nur auf eine Energieffizienzklasse D schaffen, was ebenfalls das allmähliche Verschwinden vom Markt begründet.

 

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