Am 9.6.2006 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die Neufassung der Maschinenrichtlinie 95/16/EG für Europa veröffentlicht. Damit sollen weitere Unklarheiten in Bezug auf unterschiedliche Unfallschutzvorschriften und Gesundheitsschutzanforderungen zwischen den einzelnen EU-Staaten beseitigt werden. Die Maschinenrichtlinie möchte den EU-Staaten einen einheitlichen Rahmen geben. Besonders wirksam ist die Maschinenverordnung, wenn sie gemeinsam mit der Niederspannungsrichtlinie und dem Produktsicherungsgesetz angewendet wird.

Maschinenrichtlinie verbessert Gesundheitsschutzanforderungen von Maschinen

Die neue Maschinenverordnung 2006/42 EG beinhaltet viele Änderungen. Die Änderungen der Maschinenverordnung betreffen besonders die Gesundheitsschutzanforderungen. Auch Maschinen, die mit Stromspannung arbeiten, bergen ein hohes Gefährdungspotenzial, was die zusätzliche Niederspannungsrichtlinie aus dem Jahre 2014 einzudämmen versucht. Ziel der Maschinenrichtlinie ist eine Verringerung der zahlreichen Unfälle, die beim Umgang mit Maschinen passieren. Viele Unfälle lassen sich verhindern, durch

Maschinenrichtlinie Druck Maschine

Die Maschinenrichtlinie soll Unfälle beim Umgang mit Maschinen verringern (c) iStock.com / Achim Prill

  • die Nutzung spezieller Sicherheitsbauteile,
  • durch eine entsprechende Kennzeichnung,
  • durch die Einhaltung vom Produktsicherheitsgesetz und
  • durch die Beachtung einer Niederspannungsrichtlinie.

Die Maschinenrichtlinie beinhaltet zudem Vorschriften, die sich auf die sachgerechte Installation und Wartung von Maschinen beziehen. Die sachgemäße Wartung ist für die fehlerfreie Herstellung von Produkten bedeutend, weil diese durch das Produktsicherheitsgesetz geschützt sind.

CE-Kennzeichnung als Sicherheitszertifikat der Maschinenrichtlinie

Die Einhaltung der Maschinenrichtlinie liegt allein in der Verantwortung der Hersteller von Maschinen. Maschinen mit einem sehr hohen Gefährdungspotenzial sollten jedoch einer gesonderten Risikobeurteilung, unter anderem in Bezug auf Sicherheitsbauteile, zusammen mit einem strengen Nachweisverfahren unterzogen werden. Maschinen und ihre Sicherheitsbauteile, die mit den Anforderungen der Maschinenrichtlinie übereinstimmen, bekommen eine CE-Kennzeichnung. Wichtig ist, dass es sich bei dieser CE-Kennzeichnung um die einzig anerkannte Kennzeichnung handelt. Die CE-Kennzeichnung muss gleich neben der Angabe des Herstellers mit der gleichen Technik angebracht sein. Ebenfalls in der Verantwortung des Herstellers liegt die Risikobeurteilung. Die Risikobeurteilung gibt über die grundlegenden Gesundheitsschutzanforderungen der Maschine Aufschluss. Für den Nachweis der Risikobeurteilung und vor der Ausstellung der EG-Konformitätserklärung , sollte die Erstellung einer technischen Dokumentation erfolgen.

Geltungsbereich der Maschinenrichtlinie

    Die Maschinenrichtlinie gilt für:

  • Maschinen
  • auswechselbare Ausrüstungen
  • Sicherheitsbauteile
  • Lastaufnahmemittel
  • Seile, Ketten und Kurte
  • abnehmbare Gelenkwellen
  • unvollständige Maschinen

Von der Maschinenverordnung ausgeschlossen sind zum Beispiel Sicherheitsbauteile, die Original-Bauteile ersetzen, spezielle Einrichtungen für Jahrmärkte, Maschinen für die nukleare Verwendung, Waffen, diverse Beförderungsmittel, Seeschiffe, Schachtförderanlagen und bestimmte elektrische und elektronische Erzeugnisse. Für diese Artikel ist das Produktsicherheitsgesetz besonders wichtig.

Mitgliedsstaaten sind selbst für die Umsetzung der Maschinenrichtlinie verantwortlich

Wie erwähnt, möchte die Maschinenrichtlinie mit den Gesundheitsschutzanforderungen aus dem Jahre 2006, der EU einen einheitlichen Rahmen geben. In der Maschinenverordnung wird zudem darauf hingewiesen, dass es ungünstig ist, wenn es für Baustellenaufzüge zur Personenförderung oder Güterförderung Zusatzregeln bzw. eine abweichende Risikobeurteilung in den einzelnen EU-Staaten gibt. Die Kritik gilt dabei weniger den Gesundheitsschutzanforderungen, als der Tatsache, dass unterschiedliche Normen ein Hemmnis für den innergemeinschaftlichen Handel darstellen. Weil die Konformitätsnachweissysteme der benannten Maschinen stark voneinander abweichen ist es wichtig, dass sie aus der Maschinenrichtlinie nicht ausgeschlossen werden. Die Mitgliedsstaaten sind selbst für die Durchsetzung der Maschinenverordnung verantwortlich. Das gleiche gilt im Übrigen für die Niederspannungsrichtlinie und das Produktsicherheitsgesetz. Eine konsequente Optimierung der technischen Dokumentation ist dabei ebenfalls sinnvoll und erforderlich.

Ziel der Maschinenrichtlinie

Maschinenrichtlinie Sicherheit Schloss

Die Maschinenrichtlinie soll das Sicherheitsniveau erhöhen (c) iStock.com / LeoWolfert

Das übergeordnete Ziel besteht in einer Verbesserung der Risikobeurteilung, sowie der Kennzeichnung und des sachgemäßen Einsatzes entsprechender Sicherheitsbauteile. Dadurch verbessert sich das Sicherheitsniveau der Maschinen. Die EU Kommission hat entsprechende Leitlinien entwickelt, die eine effektive Marktaufsicht garantieren. Zudem koordiniert die Kommission den Erfahrungsaustausch zwischen den Behörden, die für die Marktaufsicht der einheitlichen Anwendung der Maschinenverordnung zuständig sind. Es ist wichtig, dass die Behörden der Mitgliedsstaaten mit der Kommission zusammenarbeiten.

Mit der Maschinenrichtlinie von 2006 wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die entsprechenden Rechtsvorschriften, wie z.B. das Produktsicherheitsgesetz bis zum 29. Juni 2008 zu erlassen und die Kommission davon in Kenntnis zu setzen. Eine Anwendung der Rechtsvorschriften war ab dem 29. Dezember 2009 vorgesehen. Zur Minimierung der gesundheitlichen Risiken sollte die Maschinenrichtlinie gemeinsam mit der Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU und dem Produktsicherheitsgesetz zum Einsatz kommen.

 

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