Seit mehreren Monaten ist die Griechenland Krise das Top-Thema in den Medien und vor allem in Brüssel. Das südeuropäische Land kratzt immer wieder und vor allem in der letzten Zeit immer häufiger am Staatsbankrott. Um dieses Szenario abzuwenden haben sowohl die Eurogruppe, die EZB und der internationale Währungsfonds bei ihrem Sondergipfel beschlossen, dem Land Notkredite für ihre Euro Krise einzuräumen. Mittlerweile ist das zweite Hilfspaket ausgelaufen und es steht zur Diskussion, diese Hilfen noch einmal zu verlängern. Allerdings sind an die Auszahlungen auch Bedingungen wie umfangreiche Reformen gebunden, wie sie auch in den europäischen Ländern Spanien, Portugal und Irland umgesetzt werden mussten.

Problematik in Griechenland

Griechenland Krise Flaggen Fäuse

Die Griechenland Krise kann zu einem Austritt aus der Euro-Zone – und somit aus der EU – führen (c) iStock.com / Aquir

Und genau bei diesen Reformen liegt das Problem. Im vergangenen Jahr fanden in Griechenland Parlamentswahlen statt. Gewonnen hat die sozialistische Syriza-Partei des jetzigen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Das Wahlmotto, mit der Tsipras gestartete, war, sich nicht mehr von der EU diktieren zu lassen und die Forderungen und Zugeständnisse, die die Vorgängerregierung Europas gemacht hat, abzulehnen.

Seit diesem Moment kommt es im sogenannten Schuldenstreit immer wieder zu einem Sondergipfel aller Beteiligten. Man ist bemüht, eine Einigung zu finden, allerdings nicht um jeden Preis. Die Gläubiger Griechenlands wollen zu festen Terminen vereinbarte Rückzahlungen erhalten, Griechenland jedoch fordert einen absoluten Schuldenschnitt. Aus diesem Grund kommt es immer wieder zu hitzigen Debatten und der Frage, ob Griechenland die Euro-Zone verlassen soll oder nicht. Mit einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, dem sogenannten Grexit, wäre allerdings auch der Austritt Griechenlands aus der EU verbunden.

Jetzt-Zustand Griechenland Krise – letzter Sondergipfel

Das zweite Hilfspaket, das Griechenland zur Verfügung gestellt worden ist, ist mit Datum des 30.06.2015 ausgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt mussten auch rund 1,5 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket an die internationalen Gläubiger, allen voran dem internationalen Währungsfonds zurückgezahlt werden. Da Griechenland diese Forderungen der Gläubiger nicht erfüllt hat, so gibt es – wie bei einem der letzten Sondergipfel beschlossen und immer wieder bekräftigt – seitens der Geldgeber keine weiteren Hilfen. In der letzten Woche hat sich die Schuldenkrise jedoch noch einmal verschärft. Hintergrund für diese Steigerung in der Griechenland Krise ist die Tatsache, dass die Vertreter Griechenlands den Sondergipfel zur Einigung im Schuldenstreit verlassen und die Verhandlungen abgebrochen haben. Die EU Kommission sieht für die Europäische Währungsunion jedoch keine Gefahr durch die Griechenland Krise, so Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis Kommentar in Brüssel und gleichzeitig Zuständiger für den Euro:

„Welche Richtung die Ereignisse in Griecheland auch nehmen: Ich bin überzeugt, dass die europäische Wirtschafts- und Währungsunion in der Lage sein wird, sie zu überstehen.“

Nachdem bei allen zunächst Fassungslosigkeit und auch Ratlosigkeit herrschte, und das nicht nur bei der Troika (EZB, Eurogruppe, IWF) sondern auch bei den griechischen Vertretern unter dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis, kündigte Alexis Tsipras in einer Fernsehansprache an, das Volk in der Griechenland Krise per Referendum entscheiden zu lassen, ob man im Schuldenstreit die Forderungen der Gläubiger annimmt oder nicht. Zugleich empfahl er den Griechen, die eventuelle Einigung mit Eurogruppe, Währungsfonds und EZB abzulehnen. Sollte das Volk jedoch für diesen Vorschlag zur Einigung und so auch für das nächste Hilfspaket stimmen, so würde man alle Forderungen im Schuldenstreit rund um die Griechenland Krise erfüllen. Der Europarat kritisiert jedoch die geplante Methode des Referendums. Da die Abstimmung so kurzfristig angesetzt ist und somit nicht den üblichen internationalen Standards entspricht, kann die Abstimmung problematisch werden, indem den Stimmberechtigten nicht genug Zeit gegeben wird, sich genügend über die Sachlage zu informieren.

Aktuelle Problemsituation der Griechenland Krise:

  • Zahlungen an die Gläubiger bis 30.06.2015
  • Verlängerung der Hilfen
  • Abwendung der Staatspleite
  • Griechenland Krise: Entscheidung vertagt

Zukunft der Griechenland Krise

Griechenland Krise Landkarte Euromünzen

Um in der Euro-Zone zu bleiben, hat Griechenland ihre Forderungen zu erfüllen (c) iStock.com / zimmytws

Wie es in der Griechenland Krise weitergeht, bleibt abzuwarten. Zwar hat Tsipras angekündigt, alle Forderungen zu erfüllen, wenn das Referendum angenommen wird, allerdings findet dieses erst nach Ablauf der Frist im Schuldenstreit der Griechenland Krise statt. Am 30.06.2015 läuft das Hilfspaket aus. Um weitere Hilfen zu bekommen, müsste Griechenland zu diesem Zeitpunkt seine Verpflichtungen erfüllen. Das Referendum findet jedoch erst am darauffolgenden Wochenende statt, sodass eine fristgerechte Erfüllung innerhalb der Griechenland Krise nicht erwartet werden kann. Hierzu haben sich bei dem letzten Sondergipfel alle wie folgt geäußert: Sollte Griechenland seine Verpflichtungen nicht erfüllen, gibt es keinen weiteren Sondergipfel und somit keine weiteren Hilfspakete mehr. Dies hätte dann zur Folge, dass der internationale Währungsfonds als Ergebnis der Griechenland Krise das Land für zahlungsunfähig erklären und somit der Staatsbankrott folgen würde.

Folgen der Griechenland Krise

Die ersten spürbaren Folgen der Griechenland Krise sind starke Schwankungen an den internationalen Börsen und ein Kapitalabfluss in Griechenland selbst. Im Schuldenstreit, den die Griechenland Krise hervorgerufen hat, gibt es somit keine Gewinner. Die Griechenland Krise schadet allen, allen voran den Griechen und den europäischen Partnern, denn jedes Hilfspaket im Rahmen der Griechenland Krise wurde letztendlich durch Steuergelder finanziert.

Weiterlesen in den Europa News