Zum diesjährigen Eurovision Songcontest, und somit 60-jährigen Jubiläum traten, traten 2015 Interpreten aus 27 Ländern im Finale in Wien an. Hier konnte man nicht nur von einem Jubiläum sprechen, sondern auch einen Rekord verzeichnen: Noch nie gab es so viele Länder im Eurovision Songcontest Finale. Diesmal war als Ehrengast sogar Australien bei der größten Musikshow Europas dabei. Nachdem beim Eurovision Song Contest 2014 Conchita Wurst das Rennen gemacht hat, konnte man sich dieses Jahr wieder mit Schweden freuen. Dass Deutschland allerdings auf dem letzten Platz gelandet ist, war für uns alle eine Überraschung.

Eurovision Songcontest 2015 Gewinner Schweden

Måns Zelmerlöw hat für Schweden den Eurovision Songcontest 2015 gewonnen (c) NDR Fotograf: Rolf Klatt

Eurovision Songcontest 2015: Schweden gewinnt

Unter dem Motto „Building Bridges“ wurde der Eurovision Songcontest 2015 in Wien mit großem Lichtspektakel und Feuerfontänen abgehalten. Alle Zuschauer konnten ihren persönlichen Sieger in einer Abstimmung wählen, das Voting wurde zudem durch Juroren beim Eurovision Songcontest ergänzt. Wie immer konnte man natürlich nicht für sein eigenes Land voten. 27 Länder standen hier am 23.05.2015 im Eurovision Songcontest Finale.

Deutschland: Flop

Trotz eines souveränen Auftritts hat die deutsche Vertreterin Ann Sophie aus Hamburg überraschenderweise den letzten Platz beim Eurovision Songcontest 2015 geschafft. Die 24-Jährige ist beim Vorentscheid in Hannover mit „Jump The Gun“ angetreten, hat aber die Zuschauer mit „Black Smoke“ mehr überzeugt. Scheinbar waren Millionen von Zuschauern am vergangenen Sonntag beim Eurovision Songcontest 2015 anderer Meinung: Mit null Punkten musste die Hamburgerin nach Hause gehen.

Schweden: Top

Der schwedische Beitrag von Måns Zelmerlöw hingegen fiel schon im Halbfinale mit einer Strichmännchen-Computeranimation auf und begeisterte auch im Finale die Zuschauer des Eurovision Songcontest. Schweden kann dabei von einer guten Quote sprechen:

  • Teilnahme: 55x
  • Top 10: 37 X
  • Siege: 6x
  • Gastgeber: 5x

Hier der Gewinnersong von Måns Zelmerlöw mit „Heroes“:

 

Platzierungen des Eurovision Songcontests 2015

Beim diesjährigen Eurovision Songcontest hat es neben klaren Favoriten mit entsprechend guter Platzierung auch einige Überraschungen gegeben.

Die bestbelegten Plätze beim Eurovision Songcontest 2015

Nachdem fleißig spekuliert wurde, wer wohl die Favoriten des diesjährigen Eurovision Songcontest 2015 sind, haben sich schon früh die Konkurrenten von der deutschen Vertreterin herauskristallisiert: Schweden, Italien, Australien und Spanien waren dabei ganz vorne dabei. Mit den ersten beiden lag man sogar richtig! Auch Australien erkämpfte sich einen souveränen 5. Platz. Dass Deutschland allerdings auf dem letzten Rang zu finden sein wird, hat man nicht mit gerechnet.

1. Platz: Schweden Måns Zelmerlöw „Heroes“ 365 Punkte

2. Platz: Russland Polina Gagarina „A Million Voices“ 303 Punkte

3. Platz: Italien Il Volo „Grande Amore“ 292 Punkte

4. Platz: Belgien Loïc Nottet „Rhythm Inside“ 217 Punkte

 

Rankingverteilung: 100-200 Punkte

5. Platz: Australien Guy Sebastian „Tonight Again“ 196 Punkte

6. Platz: Lettland Aminata Savadogo „Love Injected“ 186 Punkte

7. Platz: Estland Elina Born & Stig Rästa „Goodbye To Yesterday“ 106 Punkte

8. Platz: Norwegen Mørland & Debrah Scarlett „A Monster Like Me“ 102 Punkte

Mit 102 bis 196 Punkten haben Australien, Lettland, Estland und Norwegen abgeschnitten und es noch unter die Top 10 geschafft. Besonders ein Lob an Australien: Nach der Osterweiterung bis nach Aserbaidschan, worüber in den vergangenen Jahren viel diskutiert wurde, wurde zum diesjährigen Eurovision Songcontest 60-jährigen Jubiläum Australien Dank einer Wild Card zum Wettbewerb eingeladen. Zunächst zur Teilnahme von der European Broadcasting Union eingeladen, erkämpfte sich Guy Sebastian mit „Tonight Again“ sogar Platz 5 beim Eurovision Songcontest 2015. Der Sänger gehört in Australien und Neuseeland zu den erfolgreichsten Interpreten.

Rankingverteilung: 4-100 Punkte

Auch wenn man mit einigen Platzierungen hier von vorneherein rechnen konnte: Österreich als Gastgeber und gefolgt von Deutschland hat man hier am wenigsten auf den letzten Plätzen vermutet. Dass die beiden europäischen Länder nicht einmal einen Punkt kassierten, bleibt wohl noch ein lange diskutiertes Thema. Dennoch kann sich Israel vor allem über eine Platzierung in den Top 10 freuen: Der eindeutig jüngste Eurovision Songcontest Teilnehmer Nadav Guedj mit nur 16 Jahren hat hier eine beachtliche Show dargelegt. Auch Serbien hat noch gut abgeschnitten. Die Interpretin war die erste serbische Kandidatin, die ihr Lied auf Englisch, und nicht in der europäischen Sprache des Balkanlandes präsentiert hat.

9. Platz: Israel Nadav Guedj „Golden Boy“ 97 Punkte

10. Platz: Serbien Bojana Stamenov „Beauty Never Lies“ 53 Punkte

11. Platz: Georgien Nina Sublatti „Warrior“ 51 Punkte

12. Platz: Aserbaidschan Elnur Hüseynov „Hour Of The Wolf“ 49 Punkte

13. Platz: Montenegro Knez „Adio“ 44 Punkte

14. Platz: Slowenien Maraaya „Here For You“ 39 Punkte

15. Platz: Rumänien Voltaj „De la capăt“ 35 Punkte

16. Platz: Armenien Genealogy „Face The Shadow“ 34 Punkte

17. Platz: Albanien Elhaida Dani „I’m Alive“ 34 Punkte

18. Platz: Litauen Monika Linkyte & Vaidas Baumila „This Time“ 30 Punkte

19. Platz: Griechenland Maria Elena Kiriakou „One Last Breath“ 23 Punkte

20. Platz: Ungarn Boggie „Wars For Nothing“ 19 Punkte

21. Platz: Spanien Edurne „Amanecer“ 15 Punkte

22. Platz: Zypern John Karayiannis „One Thing I Should Have Done“ 11 Punkte

23. Platz: Polen Monika Kuszyńska „In The Name Of Love“ 10 Punkte

24. Platz: Großbritannien Electro Velvet „Still In Love With You“ 5 Punkte

25. Platz: Frankreich Lisa Angell „N’oubliez pas“ 4 Punkte

 

Österreich und Deutschland auf dem letzten Platz

Zur Überraschung aller haben die beiden Gewinner-Länder von 2014 und 2010 dieses Jahr am schlechten beim Eurovision Songcontest abgeschnitten. Mit null Punkten ist Österreich auf Platz 26 und Deutschland auf Platz 27 gelandet. Die österreichische Rockgruppe The Makemakes ist eigentlich schon als Vorband von Bon Jovi aufgetreten. Auch haben die drei Musiker mit ihrer ersten Single „I Am Yours“ schnell einen Top-10-Erfolg in Österreich erzielt. Dennoch scheint es beim europäischen Publikum nicht berauschend angekommen zu sein. Deutschland hingegen hat mit Ann Sophies Song „Black Smoke“ ebenso wenig Erfolge erzielt. Mit null Punkten hat die junge Finalistin trotz souveränem Auftritt und kraftvoller Stimme den letzten Platz erzielt. Nachdem Andreas kümmert als potentieller Teilnehmer des Eurovision Songcontest zurückgetreten ist hat Deutschland vielversprechende Erwartungen gehabt für den diesjährigen Musikcontest.

Eurovision Songcontest 2015 vergibt 0 Punkte an Deutschland

Eurovision Songcontest 2015 Ann Sophie

Deutsche Vertreterin beim Eurovision Songcontest 2015 Ann Sophie landet auf dem letzten Platz (c) Rolf Klatt / NDR Fotograf: Rolf Klatt

Deutschland erhält beim Eurovision Songcontest 0 Punkte. Wie kann das sein? Vielerseits wurde sie als Top 10 Favoritin angesehen, auch wenn die Konkurrenz diesmal stärker war als sonst. Zuletzt konnte man dieses Ergebnis 1965 verzeichnen. Auch 2005 mit Gracia von DSDS und 2008 mit den No Angels gab es Ergebnisse auf den letzten Rängen der Eurovision Songcontest Platzierung. Doch ist es möglich, dass wirklich kein Jurymitglied und kein Zuschauer für Deutschland gewählt hat? Nein, es waren nur zu wenige…

Wie funktioniert die Punktevergabe?

Das Ergebnis der Eurovision Songcontest Plazierungen setzt sich zu 50 % aus den Juroren und 50 % der Zuschauer zusammen. Daraus ergibt sich ein Punkteverfahren. In der Summe gesehen hat Ann Sophie zwar des Öfteren den 11., 12. oder 13. Platz belegt, doch Punkte gibt es nur für die Plätze 1 bis 10. Somit ist Deutschland bei dem diesjährigen Eurovision Song Contest leer ausgegangen. Im Vergleich sieht die Punktevergabe von Schweden und Deutschland wie folgt aus:

Land Juror A Juror B Juror C Juror D Juror E Juror Durchschnitt Televoting Durchschnitt Juror + Televoting Durchschnitt Punkte
Schweden 1 1 1 3 7 1 3 1 12
Deutschland 13 10 16 7 2 9 20 14 0

 

Weiterlesen in den Europa News