Der Eurofighter Typhoon ist ein sogenanntes Mehrzweckkampfflugzeug, welches sowohl zum Kampf, also auch für Aufklärungsflüge des Boden- und Luftraums in Europa geeignet ist. Seine Entwicklung geht zurück in die Zeiten des Kalten Kriegs, wo es durch seine überlegene Technik den Bedrohungen des Warschauer Pakts trotzen sollte. Nach Ende des Kalten Krieges wurde es dann umfunktioniert zum heutigen Mehrzweckkampfflugzeug: dem Euofighter Typhoon. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der EU.

Vita des Eurofighter Typhoon

Eurofighter Typhoon: Europas Kampfjet

Der Eurofighter Typhoon: Modell 1 der Serie (c) Jörn / pixelio.de

Grundzüge des Eurofighter Typhoon sind bereits in den frühen sechziger Jahren zu finden, wo mit Hilfe neu erworbener Techniken robustere und leistungsfähigere Kampfflugzeuge entwickelt wurden. Die wachsende europäische Einigkeit, verbunden mit dem Schengener Abkommen, fordert sowohl eine intrinsische als auch eine extrinsische Aufrüstung der Polizei sowie des Militärs – ein europäischer Kampfjet entsteht. Im Ablauf der Zeitgeschichte wurde der heutige Eurofighter Typhoon mehrmals umgetauft.

Am Eurofighter Typhoon beteiligte Länder

Zum Beginn der Entwicklung des Eurofighter Typhoons wurde im Jahre 1986 die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH in München gegründet. Beteiligt haben sich an dem Projekt die Länder Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien, wobei Deutschland den größten Entwicklungs- und Kostenanteil hatte. Es war beabsichtigt, dass sowohl Deutschland und Großbritannien mit jeweils 250 Kampfjets ausgestattet werden, Italien mit insgesamt 165 sowie Spanien mit 100 Jets versorgt werden.

Kostenproblem des Eurofighter Typhoon

Über die Jahre hinweg wurde der Eurofighter Typhoon immer weiter verbessert. Mit Ende des Kalten Krieges und der damit einhergehenden Auflösung des Warschauer Paktes wurde das Eurofighter Typhoon-Projekt neu durchdacht. Die Wiedervereinigung West- und Ostdeutschlands versprach enorme Kosten, wodurch über einen preiswerteren Jet, den sogenannten „Eurofighter-Light“, und sogar über einen Ausstieg aus dem Projekt nachgedacht wurde. Die hohe Performance des Eurofighter Typhoon konnte jedoch bei einer Preisreduzierung nicht auf einem konstanten Level gehalten werden, sodass die einzig billigere Alternative die Herstellung weniger Eurofighter Typhoons war, wodurch letztlich die Zahl der Eurofighter Typhoons für Deutschland auf 180 reduziert wurde. Deutschland und die Schweiz konnten sich im Laufe der Entwicklung des Jets das EU- Patent für den extra dafür angefertigten Pilotenanzug sichern.

Fraglich bleibt jedoch, ob sich die Anschaffung eines so teuren Kampfjets in Zeiten der Euro-Krise lohnt, abgesehen vor dem Hintergrund, dass bereits mehrere Male über den Ausstieg aus dem Projekt nachgedacht wurde.

Erste Testflüge des Prototypen

Eurofighter Typhoon: Kampfjet der EU

Das aktuelle Modell des Eurofighter Typhoon (c) motograf / pixelio.de

In den neunziger Jahren wurden nach zahlreichen Weiterentwicklungen die ersten Prototypen zum Flug zugelassen. Durch einen Konstruktionsfehler kam es bei einem Testflug zum Absturz und der Zerstörung eines Prototyps, wodurch der eigentliche Auslieferungstermin im Jahre 2002 nicht eingehalten werden konnte.

Erster Einsatz des Eurofighter Typhoon

Im Juni 2003 wurde der erste Eurofighter Typhoon vorgestellt und daraufhin von der Bundeswehr abgenommen. Bereits im Folgejahr war der Eurofighter Teil einer Ausbildungsstaffel. Für die Übung von Kampfsimulationen war er jedoch nicht geeignet, da das Abschießen von Raketen zu Übungszwecken schlichtweg zu gefährlich ist, woraufhin Simulationen des Eurofighter Typhoons erstellt wurden.

Abgesehen von einigen Luftüberwachungen war der erste wirkliche Kampfeinsatz des Eurofighter Typhoon im März 2011 in Libyen, wo dieser die Flugverbotszone über Lybien zum Schutz der Bevölkerung und zur Unterstützung der Aufständischen gegen die Regierung errichtete, da diese unter dem Joch des Gaddafi-Regimes litten.

Eurofighter Typhoon in Zahlen

  • Triebwerkleistungen mit/ohne Nachbrennern: 90/60kN
  • PS: ca. 74.000
  • V max.: 2100 km/h
  • Mach max. 2,0
  • Reichweite pro Tank: 2.700 kmh
  • Gewicht min./max.: 11.000/23.500 kg