Im Rahmen der Europäischen Union trat 1999 eine gemeinsame Währungsunion, die Europäische Währungsunion (EWU), auch Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) genannt, in Kraft. Sie stellt die von den Mitgliedstaaten, und den im Laufe der Zeit beigetretenden EU-Staaten, errichtete Währung dar. Mit dem Ziel einer gesamtwirtschaftlichen europäischen Kooperation wurde der vorerst nur als Buchgeld eingeführte Euro im Jahr 2002 auch als Bargeld etabliert – ein Meilenstein in der Geschichte der EU.

Europäische Währungsunion – Beitritt

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Die Europäische Währungsunion – Eine gemeinsame Währung für den Euroraum (c) iStock.com / ValentynVolkov

Neben dem Schengener Abkommen, welches dem grenzoffenen Europa dient, liegen dem einheitlichen Europäischen Binnenmarkt der EWWU eine Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- sowie Arbeitnehmerzollfreiheit zugrunde. Eine gemeinsame Währung ist hier ein maßgeblicher Faktor, der einen zukunftsweisenden wirtschaftlichen Verlauf gewährleisten soll. Dabei wurde vertraglich festgelegt, dass Mitgliedstaaten der EU, bei Erfüllung gewisser Kriterien, dazu verpflichtet sind, auch der Europäischen Währungsunion beizutreten.
Ähnlich wie die Europäischen Grundrechte geregelt sind, hat auch die Europäische Währungsunion Finanzregelungen, die im sogenannten Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEU-Vertrag) geregelt sind. Die Europäische Währungsunion hat in Bezug auf einen Austritt, wie er beispielsweise zur Zeit der Eurokrise mit Griechenland angesprochen wurden, nicht vertraglich vorgesehen. So würde Studien zufolge vermutlich ein Austritt Griechenlands zum Zusammenbruch der Weltwirtschaft führen.

Europäisch Währungsunion – Geschichte

Die Europäische Währungsunion besteht heute nicht mehr lediglich aus Gründerstaaten, zahlreiche Länder wurden erst nach ihrem Beitritt zur EU oder nach Erfüllung der Konvergenzkriterien in die EWWU aufgenommen, wodurch der Euro als Währungssystem dort erst später eingeführt wurde.

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Wird Griechenland aus der EU und damit aus der Europäischen Währungsunion austreten? (c) iStock.com / daboost

Mitgliedstaaten der EWWU bei Errichtung 1999

    • Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Portugal, Spanien, Belgien, Finnland, Irland, Luxemburg, Österreich

Europäische Währungsunion: späterer Beitritt

  • Griechenland (2001)
  • Slowenien (2007)
  • Zypern, Malta (2008)
  • Slowakei (2009)
  • Estland (2011)

Europäische Währungsunion – Kein Mitglied aber trotzdem den Euro?

Ausnahmen bestätigen die Regel – So auch die Europäische Währungsunion. Auch Staaten, die nicht der Eurozone angehören, habe die Möglichkeit, den Euro als Währung einzuführen. Der Euro gilt als gesetzliches Zahlungsmittel in Andorra, San Marino, dem Vatikanstaat sowie dem Kosovo.

Die Europäische Zentralbank

Als Teil vom Europäischen System für Zentralbanken (ESZB) ist es die Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB), das Eurosystem sowie dessen Preisstabilität zu wahren. Das ESZB wurde mit dem Vertrag von Maastricht 1992 beschlossen und mit Einführung des Euro gegründet.

Sämtliche Ressourcen werden auf die bestmögliche monetäre und finanzielle Gestaltung ausgerichtet und mit einer gemeinschaftlichen Währungspolitik sowie dem Niedrighalten der Inflationsrate soll die Eurozone vor einer Rezension geschützt werden. Weiterhin wird mit einer zukunftsweisenden Geldpolitik eine Haushaltsstabilität, ein Preisniveau sowie ein stabiler Zinssatz gewährleistet.

Europäische Währungsunion – Konvergenzkriterien

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Die Europäische Währungsunion – Der Euro ein Segen? (c) iStock.com / JFsPic

Um dem Euro auf einem stabilen Grad zu halten, ist es unabdingbar, dass die Mitglieder der Europäischen Währungsunion vorgeschriebene Bedingungen, die sogenannten Konvergenzkriterien, erfüllen – Es werden also nicht wahllos europäische Länder aufgenommen. Die Bedingungen bestehen aus fiskalischen und monetären Vorgabewerten und sind im EG-Vertrag für die Zentralbank und Bundesbank geregelt. Es geht nicht nur um die Frage, ob ein Land den Euro einführen „darf“, sondern nach Erfüllung der Kriterien ist der EU-Mitgliedstaat zur Einführung der gemeinschaftlichen Währung verpflichtet.

Es muss eine Stabilität des Wechselkurses herrschen, um der Europäischen Währungsunion beitreten zu dürfen. Die in dem Land bestehende Währung darf innerhalb von zwei Jahren keinen großartigen Devisenschwankungen gegenüber dem Euro ausgesetzt gewesen sein. Weiterhin muss ein stabiler Haushaltsplan vorliegen, dessen Schuldenstand nicht größer als 60 Prozent des BIP ist.

Ein weiteres Kriterium ist die Zinshöhe – Der Nominalzins darf grundsätzlich nicht höher als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnittssatz der drei stabilsten Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion liegen. Und letztlich, um eine Preisstabilität zu gewährleisten, darf der Inflationssatz die durchschnittliche Inflationsrate der drei stabilsten Mitgliedsländer nicht um mehr als eineinhalb Prozentpunkte überschreiten.