Das Unternehmensregister in Deutschland gibt es schon seit dem Jahr 2007. Im Auftrag der Bundesregierung entstand das Register, um eine zentrale Sammelstelle zu schaffen, an der Handelsregister, Partnerschaftsregister und Genossenschaftsregister zusammenlaufen. Als nach dem Schengener Abkommen die Ländergrenzen innerhalb der EU nicht mehr so hohe Hürden waren wie zuvor, wurden immer mehr Unternehmen auch über die nationalen Grenzen hinaus in Europa tätig. Grenzübergreifende Unternehmensgruppen und die Vielzahl von Umstrukturierungen, wie Fusionen und Spaltungen, machten aber auch ein grenzenübergreifendes Unternehmensregister nötig, das mit dem European Business Register, kurz EBR, geschaffen wurde.

Was ist eigentlich ein Unternehmensregister?

Das EU Unternehmensregister führt alle Unternehm der EU auf.

Das EU Unternehmensregister führt alle Unternehm der EU auf. (c) Rainer Sturm / pixelio.de

Die Gründung des EBR war allerdings gar nicht so kompliziert durchzuführen, wie es auf den ersten Blick aussieht. Denn wie das nationale Unternehmensregister in Deutschland ist auch das European Business Register lediglich eine Datenbank, die auf untergeordnete Datenbanken zugreift. So wie das deutsche Unternehmensregister auf Handelsregister, Partnerschaftsregister und Genossenschaftregister zurückgeht, nutzt das EBR die nationalen Unternehmensregister als Datenquelle.

Was ist das Besondere am Unternehmensregister auf EU-Ebene?

Im Vergleich zum nationalen Unternehmensregister bietet das EBR deutlich mehr Daten. Als das Register 1992 gegründet wurde, waren nur wenige Staaten Mitglied des Registers. Anfang 2011 waren dann mit 17 Mitgliedern der Großteil der EU-Mitgliedsstaaten im internationalen Unternehmensregister. Ergänzt wird die Liste noch von fünf weiteren Staaten, die zwar nicht in der EU, aber EU-Anrainer sind.
Das EBR soll zum einen helfen, die Bürokratie im Wirtschaftssektor abzubauen, zum anderen soll das EBR eine mehrsprachige, gemeinsame Schnittstelle für Unternehmen darstellen.

Welchen Vorteil bringt das Unternehmensregister auf EU-Ebene?

Ein Unternehmensregister hilft vor allem dem Informationsaustausch zwischen den einzelnen Unternehmen. Auf der Basis des EBR gewähren sich die Unternehmen gegenseitig einen nichtexklusiven Zugang zu den in den Unternehmensregistern gespeicherten Daten und stellen die vorgegebenen Informationen in einem vereinheitlichten Berichtsformat zur Verfügung. Mit einer vom EBR bereitgestellten Software lassen sich so alle Unternehmensprofile, die in den nationalen Unternehmensregistern gespeichert sind, aufrufen, und zur Vernetzung verwenden. Die Informationsmenge, die im EBR aufgeführt sein muss, ist auf einen bestimmten Mindestinformationsgehalt festgeschrieben – meistens stellen die Unternehmen allerdings weitaus mehr Informationen bereit, als überhaupt gefordert sind. Auch von der Seite des deutschen Bundesanzeigers aus, kann man das EBR nach ausländischen Firmen durchsuchen.